Das Trauernetz Lüdinghausen
ist ein Zusammenschluss professionell
arbeitender TrauerbegleiterInnen
aus Lüdinghausen.

So wird über uns berichtet...

 

 

 

2. Juni 2016, Westf. Nachrichten

Bei einer Informationsveranstaltung von Trauernetz und SkF zur Sterbehilfe diskutierten Fachleute die rechtlichen, ethischen und medizinischen Seiten des sensiblen Themas.

Von Laurids Leibold

Anlässlich der neuen Gesetzgebung vom November vergangenen Jahres hatten das Trauernetz Lüdinghausen und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) am Dienstagabend zu einer Diskussionsrunde zum Thema „Selbstbestimmung bis zum Schluss“ im evangelischen Gemeindezentrum eingeladen. Die Redner kamen aus allen Bereichen der Gesellschaft: Pfarrerin Silke Niemeyer, Palliativmediziner Dr. Lothar Moschner, Rechtsanwalt Daniel Berndt und von der Hospizbewegung Klaudia Henke-Dam­meyer und Margarete Hake. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Wiebke Böhmer.

Statt einer klassischen Podiumsdiskussion hatte man sich für einen großen Sitzkreis entschlossen. Nach einer Vorstellungsrunde, sollten sich die rund 40 Teilnehmer in Kleingruppen gemeinsame Fragen überlegen, die dann anschließend wieder im Plenum ausführlich beantwortet und diskutiert wurden. Zunächst gab Daniel Berndt jedoch noch einen juristischen Exkurs und erklärte den schmalen Grat zwischen Erlaubtem und Verbotenem bei der Sterbehilfe. So sei das Verabreichen eines Bechers Gift aktive Sterbehilfe und somit strafbar, das Bereitstellen des Giftes passive Sterbehilfe und somit grundsätzlich straffrei. Es sei denn, und das ist das Neue an dem Gesetz, es geschehe geschäftsmäßig. Welches Problem dieser Begriff für Ärzte mit sich bringt, erklärte Lothar Moschner, denn bereits ab dem zweiten Patienten könne von geschäftsmäßiger Sterbehilfe gesprochen werden.

In Kleingruppen wurden Fragen an die Fachleute formuliert.

Bei der abschließenden Fragerunde wurden dann viele Aspekte dieses kontroversen Themas beleuchtet. So wollte ein Teilnehmer wissen, wie die Palliativmedizin konkret ablaufe. Moschner erzählte, manche Patienten würden sich zum Sterbefasten entschließen oder einen Behandlungsabbruch verlangen. Als letztes Mittel gebe es zudem die Palliativ-Sedierung, eine Art Koma, um die Schmerzen zu lindern. So weit müsse es aber gar nicht erst kommen, zunächst müsse man sich in die Patienten hineinversetzen. Oft sei die Aussage nicht „ich will nicht mehr leben“, sondern „ich will so nicht mehr leben“. Daher müsse man Alternativen aufzeigen, da der Sterbewunsch oft inkonstant sei, so der Arzt.

Silke Niemeyer wehrte sich dagegen das Thema Sterbehilfe und Suizid zu tabuisieren. „Das Leben ist nicht immer ein Geschenk, sondern manchmal auch eine Zumutung“, war sie der Meinung und sprach sich für mehr Verständnis der Betroffenen aus, ohne dabei die Priorität des Lebens zu vergessen.

Wiebke Böhmer beendete schließlich den informativen Diskussionsabend, auch wenn sie betonte: „Das Thema ist noch längst nicht abgeschlossen.“ Die nächsten Veranstaltungen zu dem Thema kämen bestimmt.

 

Mai 2016 Westfälische Nachrichten

Sterbehilfe ja oder nein? Es gibt nicht viele Themen, die so kontrovers diskutiert werden. Da treffen Weltanschauung, Glaube und eigene persönliche Lebenserfahrung ungebremst aufeinander. Nicht umsonst war bei der Abstimmung über die neue Gesetzgebung Ende 2015 im Bundestag der Fraktionszwang aufgehoben. Mit ihrem Angebot unter dem Titel „Selbstbestimmt bis zum Schluss? – Information und Denkanstöße zum Thema Sterbehilfe und Sterbebegleitung“ will das Trauernetz Lüdinghausen nicht Position beziehen, sondern für mehr Klarheit sorgen.
Von Beate Niessen

„Was bedeutet eigentlich das neue Gesetz für den Einzelnen? Was ist der Unterschied zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe? Wo finde ich Hilfe, wenn ich mit dem Wunsch zu sterben ringe? Welche Alternativen habe ich?“, nennt Margarete Bertram, zweite Vorsitzende der Hospizgruppe Lüdinghausen und Mitglied im Trauernetz, nur ein paar der Fragen, die sich bei dem Thema viele Menschen stellen.

Ein wahres Wirrwarr an unterschiedlichen Begrifflichkeiten, juristischen Feinheiten oder medizinischen Vorgaben macht den Umgang mit diesem hochsensiblen Thema für den Laien nicht gerade einfacher. Hier will das Trauernetz mit zwei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen ansetzen: Am 18. Mai (Mittwoch), 19 Uhr, wird zunächst der Film „Das Meer in mir“ in der Familienbildungsstätte gezeigt. Der oscarprämierte Film beruht auf Tatsachen und erzählt die berührende Geschichte eines Mannes, der seit einem tragischen Badeunfall vor 27 Jahren gelähmt ist und vor Gericht sein Recht zu sterben erstreitet. Moderiert wird der Abend von Reinhold Leydecker, Pastoralreferent in der St.-Felizitas-Gemeinde und Krankenhausseelsorger im St.-Marien-Hospital.

Bei der zweiten Veranstaltung am 31. Mai (Dienstag) um 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum erwartet die Besucher eine Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Fachrichtungen: Dr. Lothar Moschner, Palliativarzt aus Dülmen, Rechtsanwalt Markus Karpinski sowie Pastorin Silke Niemeyer von der evangelischen Stephanus-Gemeinde. Zudem werden die beiden Koordinatorinnen der Hospizgruppe Lüdinghausen, Margarete Hake und Klaudia Henke-Dammeyer, von ihren Erfahrungen aus der Sterbebegleitung erzählen. Moderiert wird der Abend, bei dem auch Fragen aus dem Publikum erwünscht sind, von Wiebke Böhmer.

Aus organisatorischen Gründen wird für die Podiumsdiskussion um eine vorherige Anmeldung beim SkF (Sozialdienst katholischer Frauen), ✆ 02591/23525 gebeten. Beide Veranstaltungen sind kostenfrei.

 

Juli 2013
Metallerlös fürs Trauernetz Lüdinghausen:
Feuerbestattungen Dülmen spendet € 1.000


Künstliche Knie- oder Hüftgelenke und andere wertvolle Metallimplantate im Körper verbrennen nicht. Im Krematorium in Dülmen wird in keinem Falle Zahn- und Schmuckgold aus der Asche entnommen! Dieses gehört nach Auffassung von Bernd Leichtweis unbedingt zum Verstorbenen und wird in der Urne mit beigesetzt. Wenn Hinterbliebene allerdings einverstanden sind, werden die anderen Metalle der Asche entnommen und gesammelt – oder bleiben Bestandteil der Asche. Die Metalle der Implantate werden – gemäß dem Einverständnis der Hinterbliebenen - separat gesammelt und werden umweltbewusst wiederverwertet. Die Erlöse hieraus kommen zu 100 % gemeinnützigen Organisationen zugute und in diesem Fall gehen € 1000 an das Trauernetz Lüdinghausen.

„Wir spenden die Metallerlöse für gute Zwecke. Damit heben wir uns von anderen Unternehmen ab, die diese Einnahmequelle als willkommenen Zusatzgewinn sehen.“, meint Gabriele Leichtweis.

Mechthild Reißmann und Wiebke Böhmer nahmen stellvertretend für das Trauernetz dankbar die Spende entgegen. Ein Teil des Geldes wird für ein Puppenspiel für Kinder zum Thema „Abschied nehmen“ verwendet.


v.l.n.r:
Wiebke Böhmer (Ev. Kirchengemeinde Lüdinghausen), Bernd und Gabriele Leichtweis, Feuerbestattung Dülmen, Mechthild Reißmann (Trauerbegleitung Reißmann, Lüdinghausen)


23.11.2012
Auch diese Veranstaltung war ein voll Erfolg: Gesprächskreis "Was am Ende bleibt".



29.10.2012
Hier finden Sie den Artikel aus der WN über die Veranstaltung in Kooperation mit dem Kaktus "Nimm Abschied und gesunde".







11.09.2011

Hier
finden Sie den Artikel aus den Westfälischen Nachrichten über unsere Gründung.